Geschätzte Andelsbucher Bevölkerung!

Zur aktuellen Initiative (Antrag auf Volksbefragung) gegen die Errichtung der Wälderhalle möchte ich euch die Entwicklung des Projektes aus Sicht der Gemeindevertretung übermitteln. Grundsätzlich besitzen die GemeindeverterInnen ein großes Verständnis für eine demokratische Abwicklung von Themen und Projekten. In diesem Fall hinterfragen wir aber vor allem den Zeitpunkt des Antrages durch die Initiatoren.

Am 9. Mai 2016 wurde das Projekt Wälderhalle (damaliger Stand) der Gemeindevertretung von Andelsbuch präsentiert. Für die Gemeinde bestand die Möglichkeit, gemeinsam mit Hans Metzler eine Fläche von ca. 35.000 m² zu erwerben, vorausgesetzt, dass alle erforderlichen Verfahren positiv verlaufen. Es gab u.a. die Auflage, ein SUP-Verfahren (Strategische Umweltprüfung) durchzuführen. Teil des SUP-Verfahrens war u.a. auch ein sehr umfassender Umweltbericht, der die Vor-und Nachteile des Standortes begründet.

Bei der GV-Sitzung am 13.6.2016 hat die Gemeindevertretung dafür gestimmt, dass ich mich bei der Sitzung der Regio Bregenzerwald positiv zum geplanten Projekt Wälderhalle äußern soll. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass Sporenegg der einzig mögliche Standort für die Umsetzung des Projektes ist. Bei der Regio-Vollversammlung stimmten alle 24 Bregenzerwälder Gemeinden für das Projekt.  

In den nächsten ca. 1,5 Jahren wurden dann alle notwendigen Verfahren abgewickelt, damit der Kaufvertrag mit den Grundbesitzern abgeschlossen werden konnte. Dafür war auch eine Widmung als Bauerwartungsfläche erforderlich. Teil der damaligen Beschlussfassung war auch die Rückwidmung einer Baufläche in Freifläche-Landwirtschaft in Zentrumsnähe von ca. 5.000 m². Für einige Gemeindevertreter war die Zustimmung zur Rückwidmung nicht ohne weiteres verständlich, mit Blick auf das Gesamtkonzept haben sie das Vorgehen aber doch unterstützt.

Als zusätzliche Absicherung für die Gemeinde wurde mit Hans Metzler eine Vereinbarung abgeschlossen, dass wenn das Projekt Wälderhalle nicht umgesetzt werden kann, die für die Wälderhalle vorgesehene Fläche die Gemeinde erwirbt und den Wunsch des Landes, nach einem gemeinsamen, regionalen Betriebsgebiet weiterverfolgt.

In den Jahren danach hat es eine Vielzahl von Sitzungen und Projektbesprechungen zum Betriebsgebiet und der Wälderhalle gegeben. Die Gremien der Gemeinde wurden von mir fortlaufend informiert und wenn Beschlüsse notwendig waren, wurden diese mit ausreichend Bedenkzeit und stets demokratisch getroffen. In den Jahren, in denen ich nun als Bürgermeister von Andelsbuch tätig bin, waren alle Gemeindevertretungssitzungen öffentlich und auf Anfrage an die Gemeinde wurden die Informationen jederzeit an die Bevölkerung  weitergegeben. Protokolle wurden veröffentlicht und seit Beginn der laufenden Gemeindevertretungsperiode werden diese vollinhaltlich auf die Homepage der Gemeinde gestellt.

Es waren nicht immer einfache Entscheidungen, die von der Gemeindevertretung vorzubereiten waren. Das Werkraumhaus, die Nordumfahrung Bühel, die Wohnanlage Hof mit dem neuen Sozialzentrum, die Mittelschule Egg, das gemeinsame Kinderhaus mit Egg und jetzt aktuell die Sanierung und Erweiterung der Volksschule Hof. Bei all diesen Projekten musste sich die Gemeindevertretung mit den Themen Verkehr, Klimaverträglichkeit, Energieverbrauch, Bodenverbrauch, Nachhaltigkeit uvm. auseinandersetzen. Diese Punkte sind bei jedem Projekt entsprechend zu berücksichtigen und wir meinen, dass wir die Prozesse stets zum Wohle der Gemeinde vorbereitet und umgesetzt haben und schlussendlich große Zustimmung  von der Bevölkerung erhalten haben.

Wir sind überzeugt, dass das Projekt „Wälderhalle“ eine Bereicherung für die Region und auch die Gemeinde werden kann. Es gibt nicht sehr viele Freizeitprojekte im Bregenzerwald, die von privaten Investoren derart stark unterstützt werden. Die Gemeinde Andelsbuch leistet übrigens nach derzeitigem Stand keinen finanziellen Beitrag, auch nicht für den benötigten Grund. Die Meinung der Gemeindevertretung dazu war immer klar und eindeutig: „Eine Einrichtung für die Region, muss auch von der gesamten Region unterstützt werden“.

Wir sollten bei diesem Projekt die Bedeutung für die Region beurteilen, verteilt auf den gesamten Bregenzerwald relativiert sich der Umfang des Projektes wieder rechtdeutlich. Und es gibt viele Menschen in der Region, die sich die Umsetzung des Projektes wünschen und darauf freuen.

Die Gemeindevertretung hat am vergangenen Montag über die eingelangten Stellungnahmen im Zuge des Auflageverfahrens beraten und sich mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass wir unabhängig von der Initiative zur Volksbefragung am kommenden Montag bei der Gemeindevertretungssitzung über die Widmung abstimmen werden.

Ich möchte euch anbieten und bitten, das Gespräch mit mir oder den GemeindevertreterInnen zu suchen. Die Bildung von Gruppen und Lagern halte ich nicht für richtig und zielführend. Vielen Dank für eure Unterstützung.

Herzliche Grüße
Der Bürgermeister

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Wir sind gerne für Sie da.